Tag 16 – erste Zeichen

Liebe Welt,

ich habe keine Ahnung, ob mich (und diesen Blog) irgendwann irgendjemand findet. Ich schreibe zwar vordergründig für mein Seelenheil und möchte anonym sein, aber es wäre schön, wenn irgendwo auf der Welt eine Frau, der es ähnlich geht wie mir, in meinen Erfahrungen Mut und Hoffnung findet.

Sei es drum: Es gibt Neuigkeiten. Die ersten Anzeichen meines nun giftfreien Lebens sind sichtbar. Zum einen schlafe ich seit Beginn an viel besser. Das zeichnet sogar meine FitBit auf und bewertet meinen Schlaf neuerdings mit „gut“. Die Wachphasen und Unterbrechnungen werden weniger. Und ich kann mir wieder im Spiegel ins Gescht schauen. Die Falten und das hängende Gewebe unter den Augen sind merklich besser geworden. Ich wirke viel frischer und „gepolsterter“. Das liebt sicher auch daran, dass ich parallel zum Alkoholverzicht nun penibler auf mich achte: zeitig ins Bett gehen und viel – mindestens ein bis eineinhalb Liter – Wasser und Kräutertee trinken. Ich trinke per se zu wenig (Lustig, gell? Bisschen schizophren.) und der Alkohol hat mir immer noch das letzte bisschen Flüssigkeit aus dem Körper gezogen.
Vorgestern gab es sogar ein erstes Kompliment und habe mich riesig gefreut: Ein langjähriger Freund, 84 Jahre alt, meinte begeistert: „Du siehst so gut aus im Gesicht!“ Sonst kam von meinem Umfeld immer nur der bedenkliche Hinweis, ich würde sehr gestresst ausschauen. Das ist das ungesagte, diplomatisch umschriebene „Du siehst furchtbar aus!“

Und ich laufe wieder: Seit der Trainingsstress für den Halbmarathon vorbei ist, wird Laufen wieder zur zwanglosen Freude. Gerade entdecke ich es wieder neu für mich als meine Art von Meditation. Musik auf die Ohren und dann gemütlich lostraben. Gestern habe ich mich wahnsinnig über einen Teil meiner früheren Familie geärgert und anstatt mich kindisch auf eine whatsapp-Diskussion einzulassen und beleidigt zu reagieren, habe ich die Laufschuhe angezogen und bin eine Stunde durch angenehmen Nieselregen gerannt. Danach ging es mir besser und sowieso treffe ich während dieser Zeit viele klare Entscheidungen (auch früher schon, denn ich bin nie alkoholisiert gelaufen). Ich mache gedanklich Haken an verschiedene Sorgen, die ich nicht ändern kann oder habe neue Ideen, wenn ich in einem Problem festgefahren bin.

Mein Gewicht und die möglichen Zu- oder Abnahme möchte ich noch gar nicht so in den Fokus stellen. Ich denke schon, dass der Alkohol da einigen Schaden (Fettdepot am Bauch und an den Hüften) angerichtet hat. Lange konnte ich mit Sport und weniger Essen einigermaßen dagegen halten (aber der Schwimmring blieb immer präsent), aber aktuell esse ich doch mehr Süßigkeiten und hatte in den vergangene Wochen wenig Sport. Zucker als Ersatz für den fehlenden Alkohol ist bekannt. Aber es hält sich in Grenzen und ich stopfe mich zum Glück nicht wahllos mit ungesunden Sachen voll.
Ich messe und wiege mich mal in den kommenden Tagen und dann beobachte ich das  auf lange Sicht. An meiner Ernährung kann ich noch viel Gutes drehen. ;o)

Oh, und nun noch eine wichtige Info: Mein Kerkermeister (So visualisiere ich den Alkohol.) hält sich irritierend stark zurück. Ich trinke seit mehr als zwei Wochen nichts mehr und hatte noch keinen totalen Suchtdruck. Das kenne ich nämlich ganz anders: mit unbändigem Verlangen nach ’nur einen Schluck‘. Und glaubt mir, das ist nur schlecht auszuhalten und in den Griff zu kriegen, wenn ein einziger Gedanke nach Alkohol dein komplettes Denken beherrscht.

Im Moment dominiert in mir stattdessen noch immer der Gedanke: „Juhu, ich muss nie wieder Alkohol trinken.“ Ein unglaubliche Welle der Erleichterung überrollt mich in diesen Momenten.

Für heute in Liebe an alle da draußen

Eliza

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