Tag 78 – genervte Zeiten

Liebe Welt,

heute geht es mir gar nicht gut. Ich bin quasi mit einer Panikattacke aufgewacht und hatte sofort tausende Gedanken im Kopf: Wie soll ich den ganzen Weihnachtsvorbereitungskram bewältigen? Wann? In sechs Tagen reist meine Familie an, tags darauf beginnt Weihnachten und ich habe weder alle Geschenke beisammen geschweige denn geputzt noch irgendetwas eingekauft für die langen Tage. Was soll ich kochen? Wie viel Essen brauche ich? Kriege ich überhaupt noch ein paar Rouladen? Wann soll ich die vorbereiten? Und die existenziellste Frage: Halten wir uns drei Tage auf engstem Raum aus? Schaffe ich das ohne Alkohol?
Mein innerer Druck und die Unruhe sind momentan so groß, dass ich nicht weiß wie ich das abbauen kann. Ich möchte heulen oder schreien, auf irgendetwas (oder jemanden) einschlagen, weglaufen, mich furchtbar betrinken oder einfach in Luft auflösen. Alles und jeder nervt mich extrem.

Ja, ich ärgere mich sicher auch einen großen Teil über mich selbst und bin deshalb so wütend: Ich wollte mal wieder eine gute Tochter und Mutter sein und gastfreundlich, obwohl ich besser auf den ganzen Weihnachtsharmoniekram verzichten würde und lieber ein paar ruhige Tage mit Buch, Kerze, Keksen und gerne im Bett für mich hätte. „Sag nicht ‚Ja!‘, wenn du ‚Nein!‘ denkst“, habe ich kürzlich gelesen und das ist der wunde Punkt: Ich bin nicht egoistisch genug, weil ich ich immer noch meine, fremde Erwartungen erfüllen zu müssen. Und nun habe ich den Salat.

Letzten Endes weiß ich, dass ich alles doch irgendwie hinkriegen werde mit einem guten Plan und etwas Struktur und auch dieses Weihnachten wird vorbeigehen und danach habe ich immer noch viele freie Tage für mich, aber diese extreme Unruhe macht mich fürchterlich nervös und sprunghaft. Das bin ich nicht.
Dazu gesellen sich diese bleiernde Müdigkeit und Erschöpfung, die mich am Abend auch nichts – rein gar nichts – mehr bewältigen lassen. Früher habe ich zumindest nach der Arbeit noch vieles erledigen können und bin dann halt erst 23 Uhr oder später ins Bett gegangen. Heute möchte ich schon 19 Uhr einfach nur noch schlafen und kann mich auf gar nichts mehr konzentrieren. Auch das nervt mich extrem.
Vor allem ist es so gefährlich, weil das genau die Situationen sind, die den Suchtdruck auslösen und verschlimmern. Ich möchte entspannt sein und muss es ohne Alkohol schaffen….

Aber: Sporttasche ist im Auto und dann versuche ich halt, diese Unruhe wegzurennen.

In Liebe

Eliza

 

 

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