Guten Morgen Welt,

yeah, ich bin seit vorgestern in der Verlängerung. Nach meinem ersten ernshaften, weil bewussten Versuch voriges Jahr, auf Alkohol zu verzichten, war ich nach 105 Tage gescheitert. Rückfällig geworden mit einem Glas Wein, damit wieder in die Trinkspirale gerutscht und habe in der Folgezeit sukzessive den Konsum gesteigert bis zur täglichen (mindestens) Flasche Wein.

Heute ist Tag 108 in zweiten Anlauf seit Oktober 2019 „ohne“. Nicht nur sind die magischen 100 Tage bewältigt, sondern ich bin seit drei Tagen in der Verlängerung und immer noch guten Mutes, dass ich dieses Mal souverän meistere. Der Mensch braucht Ziele und das große Vorhaben heißt „ein Jahr“. Aber trotzdem brauche ich bis dahin noch ein paar Etappenziele. Jetzt vielleicht erstmal das halbe Jahr? Sind 183 Tage. Der 1. April. (Wie lustig.)
Schon dreistellig unterwegs zu sein, ist für mich etwas Besonderes. Die ersten nüchternen Tage ziehen sich wie Kaugummi und man kann sich kaum vorstellen, irgendwann sogar die Monate zu zählen… Oder die Jahre.

Ich freue mich sehr.

Dass ich immer noch stetig müde, erschöpft, lustlos auf Aktivitäten, Menschen und Kommunikation bin, schiebe ich auf PWAS, die angekündigten nachgelagerten Entzugssymptome, die über Jahre immer wieder präsent sein können. Es geht nicht mir allein so: in der FB-Gruppe berichten einige über das Phänomen und sind zum Teil noch viel länger alkoholfrei unterwegs. Muss ich also Geduld haben und das aussitzen. Früher war ich so aktiv, nicht zu bremsen und immer auf der Überholspur, jetzt schleiche ich mit ’nem Platten auf dem Standstreifen dahin und muss stetig auf dem nächsten Rastplatz pausieren. Aber: Trotzdem komme ich ja vorwärts. Nur mein Kopf muss sich an die neue Situation gewöhnen; ich habe ja trotzdem tausende Ideen und Pläne im Sinn und bin genervt, dass ich zu k.o. zum Umsetzen bin.

Ich wünsche euch gute Tage

In Liebe
Eliza